Ein Eisberg in den Tropen
Produktions- und Verwaltungsbau von Hans Hollein in Taiwan
Das neue
Produktions- und Verwaltungsgebäude des Solar-Unternehmens E-Ton in Tainan
(Taiwan) provoziert:
Es ragt wie ein Eisberg aus der Ebene im tropischen Teil
der Insel. Das Hauptgebäude ist durch Glas und Putz optisch zweigeteilt. Ein in
die Putzfläche eingefrästes Linienmuster, das die Fassade in vieleckige Flächen
gliedert und der aus dem Lot gedrehte Kubus sorgen im Zusammenspiel mit mehreren
arctic-mint Tönen für die Eisberg-Assoziation. Der Entwurf des österreichischen
Architekten Hans Hollein ist aber auch technisch ungewöhnlich: Gedämmt ist das
Gebäude mit einem Wärmedämm-Verbundsystem auf einer vorgehängten, hinterlüfteten
Konstruktion (beide Systeme von Sto).
Der international
erfolgreiche Hersteller von Photovoltaik-Elementen E-Ton Solar Tech ließ sich
vom österreichischen Architekten Hans Hollein ein neues Produktions- und
Verwaltungsgebäude bauen. Dieser auffällige Kubus steht am Ende eines hundert
Meter breiten Boulevards in einem Industriegebiet vor den Toren Tainans, der
ältesten Stadt Taiwans. Trotz des weitläufigen Geländes und der niedrigen Bauten
im Umfeld des Grundstücks entwarf Hans Hollein einen großen, kompakten
Baukörper, der aus zwei ineinandergeschobenen Würfeln mit einer Seitenlänge von
50 Metern besteht.
Beide Kuben
unterscheiden sich in ihrer Materialität; der eine ist mit Glas verkleidet, der
andere hat eine durchgängig geschlossene Haut. Diese 5.000 Quadratmeter große
Fläche erhielt einen polygonalen Linienverlauf. Dieser erinnert laut Hollein an
ein „Eisbruch-Muster“. Drei unterschiedliche, aber jeweils metallicfarbene
Putzstrukturen verstärken die Wirkung. Ungewöhnlich ist die bautechnische
Umsetzung: Das Linienmuster wurde in die Oberfläche des Wärmedämm-Verbundsystem
(StoTherm Classic) eingefräst. Das WDVS selbst wurde aber nicht direkt auf der
tragenden Wand appliziert, sondern auf einer vorgehängten, hinterlüfteten
StoVentec-Fassade. Möglich wurde die komplexe Umsetzung des Entwurfs des
europäischen Architekturbüros im 9.000 Kilometer entfernten Taiwan durch das
internationale Sto-Netzwerk, sprich die reibungslose Zusammenarbeit der
österreichischen Sto Ges.m.b.H. (Villach) mit T-Sto Ltd. in
Taipeh.
In diesem
Gebäudeteil sind die Produktionshallen untergebracht, gestapelt auf vier
Geschossen. Lediglich im Erdgeschoss bleibt etwas Platz für die Lieferzone. Im
gläsernen Bauteil befindet sich ein neungeschossiger Bürotrakt. Einige Meter
davon abgerückt, durch eine Glasbrücke mit dem Hauptbau verbunden, dient ein
fünfgeschossiges, kegelstumpfförmiges Gebäude mit einer Sichtbetonfassade als
Lager für die technischen Betriebsmittel der
Produktionshalle. Fotos: Light House Image,
Taipei,
TW 01.12.2010
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